Am Montagabend in Kriens, vor mehr als 3'800 Zuschauerinnen und Zuschauern, wurde die Schweiz innerhalb von vier Tagen zum zweiten Mal von Bosnien besiegt (91–60) und sieht ihre Chancen auf eine Qualifikation für die nächste Weltmeisterschaft damit nahezu schwinden.
„Sie haben uns zweimal geschlagen, es ist ganz klar, dass sie besser sind als wir“, analysiert der Schweizer Coach Dimitris Menoudakos, der das Team in Abwesenheit von Ilias Papatheodorou leitete, welcher von seinem Klub gebunden war. Die Schweiz geriet früh gegen einen Gegner ins Hintertreffen, der die Erfahrung der EuroBasket 2025 mitbringt und mehrere EuroLeague-Spieler in seinen Reihen zählt. Zudem musste sie auf mehrere wichtige Spieler verzichten, darunter Selim Fofana, Yuri Solcà und Paul Gravet, der sich beim Spiel am Freitag in Bosnien (84–60) schwer am Handgelenk verletzte. „Ich möchte Paul eine schnelle Genesung wünschen. Ich mag ihn sehr, und seit 2021 ist er einer der engagiertesten Spieler im Nationalteam. Ich bin sehr, sehr traurig“, erklärt Dimitris Menoudakos. Der Trainer von Bosnien-Herzegowina zeigte sich seinerseits „sehr glücklich! Man hat gespürt, dass wir besser waren“, so Dario Gjergja.
Das Spiel war zudem geprägt von den ersten Minuten von Lukas Keredzin im Schweizer Trikot sowie von einer grossartigen Atmosphäre in der brandneuen Pilatus Arena in Kriens. „Es war mein erstes Mal hier und die Stimmung war wirklich grossartig! Viele unserer Fans waren da, wir haben grossartige Unterstützung gespürt und in der zweiten Halbzeit mit viel Energie gespielt“, freute sich der bosnisch-herzegowinische Spieler Aleksandar Lazic. Eine besondere Atmosphäre auch für die Schweizer: „Es fühlte sich an, als hätten wir zwei Auswärtsspiele bestritten. Aber genau deshalb sind diese Teams so stark, weil das ganze Land hinter ihnen steht. Wir Spieler müssen uns verbessern, und auch bei den Fans müssen wir diese Begeisterung weiter wachsen lassen“, meinte Yoan Granvorka, der sich unter anderem mit 10 Rebounds auszeichnete.
Mit vier Niederlagen in ebenso vielen Spielen in diesen FIBA Basketball World Cup 2027 European Qualifiers liegt die Schweiz am Ende ihrer Gruppe und ist im Rennen um die Qualifikation praktisch ausgeschieden. „Die Qualifikation war ehrlich gesagt ein Traum“, gesteht Dimitris Menoudakos. Die Schweiz trifft nun am 2. Juli zuhause auf Serbien und drei Tage später auswärts auf die Türkei, um diese Gruppenphase abzuschliessen. Zuvor empfangen die Schweizerinnen am kommenden Mittwoch Grossbritannien in Freiburg (19.00 Uhr) im Rahmen der FIBA Women’s EuroBasket 2027 Qualifiers.