Fribourg Olympic und die Lions de Genève treffen diesen Sonntag im Finale des SBL Cup in Montreux aufeinander (16.00 Uhr). Am Samstag mussten die Freiburger in einem hochspannenden ersten Halbfinale hart arbeiten, um Union Neuchâtel mit 89:82 zu bezwingen. Die Genfer setzten sich danach deutlich einfacher mit 91:70 gegen Starwings Basket durch.
Das erste Duell des Nachmittags zwischen Fribourg und Neuchâtel hielt vor 1’220 Zuschauern und in einer elektrisierenden Atmosphäre, was es versprach – zumal die Neuenburger die einzigen sind, die Olympic in dieser Saison besiegt haben. «Sie waren bemerkenswert kämpferisch, das ist ihre Stärke», anerkennt der Freiburger Trainer Thibaut Petit. Nach einem «verpatzten» Start zogen die Freiburger davon und erspielten sich einen Vorsprung von bis zu 18 Punkten, ehe Neuchâtel in den letzten Minuten noch einmal auf 80:76 herankam. «Unsere Konzentration war nicht mehr dieselbe, Hut ab vor Neuchâtel, die zurückkamen und schwierige Würfe trafen», räumt Thibaut Petit ein. Am Ende wurde Fribourg von den 20 Punkten von Chimezie Offurum und den 15 Punkten von MVP Jonathan Kazadi getragen, der wohl seinen letzten SBL Cup seiner Karriere bestreitet: «Nächstes Jahr werde ich nicht mehr dabei sein, da ich beim 3x3 sein werde», erklärt er.
Auf Seiten von Union Neuchâtel wurde der 20-jährige Lukas Keredzin mit 22 Punkten zum MVP gewählt. «Ich habe ihm gesagt: Ich weiss, dass du da sein wirst! Er ist furchtlos, ein echter Wettkämpfer. Er hat grosses Potenzial, um sogar in der Schweizer Nationalmannschaft einen Einfluss zu haben», versichert sein Trainer Chad Timberlake, der sich «geehrt fühlt, diese jungen Spieler bestmöglich zu führen und zu unterstützen». Für Lukas Keredzin ist die Enttäuschung gross: «Wir sind eine Gruppe mit viel Ehrgeiz, wir wollten diesen Titel unbedingt gewinnen – unabhängig von Alter oder Erfahrung.»
Das zweite Halbfinale bot deutlich weniger Spannung. Genf übernahm von Beginn weg die Kontrolle und gab diese nie mehr ab. Die Genfer und ihr MVP Isaiah Williams (14 Punkte, 5 Rebounds, 7 Assists) erlebten dennoch «ein kompliziertes Spiel. Unsere Inside-Spieler und unser zweiter Spielmacher hatten früh viele Fouls», erklärt Trainer Patrick Pembele. Starwings schaffte es im letzten Viertel, den Rückstand auf zehn Punkte zu verkürzen, angeführt von Zaïd Weibel (19 Punkte und MVP), der einen «Mangel an defensiver Konzentration» bedauerte. «Physisch haben sie sehr hart gespielt, wir müssen uns daran anpassen können, aber das ist uns nicht gelungen.» Trainer Pascal Donati freut sich dennoch darauf, «für die Zukunft und den weiteren Verlauf der Meisterschaft zu wachsen. Wir haben viel Potenzial und Talent im Team, aber es fehlt noch an Geschwindigkeit in der Verteidigung. Wir werden alles daransetzen, den vierten Platz in der SBL zu halten oder sogar noch besser abzuschneiden», kündigt er an.
Fribourg und Genf treffen sich am Sonntag im Finale (16.00 Uhr) zur Revanche des Vorjahres (Fribourg siegte 81:68). «Wir sind zuversichtlich, wir haben eine sehr tiefe Bank, viele Rotationen und starke Spieler», versichert Jonathan Kazadi. «Finals sind selten Offensivspektakel, sie sind oft sehr physisch und defensiv geprägt», warnt hingegen Patrick Pembele. Als Auftakt findet das Frauenfinale zwischen Elfic Fribourg und Nyon Basket Féminin (13.00 Uhr) statt – mittlerweile ein Klassiker des Schweizer Basketballs. Der SBL Cup ist der einzige Titel, der den Waadtländerinnen noch fehlt. Die Einschätzung der Stimmungslage bei den beiden Präsidentinnen findet ihr hier.